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Totenstimmung

»Kümmer dich um die Leiche und nicht um die Stones.« Frank wollte das Gespräch wieder auf den eigentlichen Anlass ihres unerquicklichen Zusammentreffens zurück bringen. »Was könnte das für ein Messer sein?«

»Hm. Sieht aus wie eines der Modelle, die heute bei jedem Kochduell im Einsatz sind. Es könnte aus der Kneipe hier stammen oder aus einer Metzgerei. Das müssen die Kollegen von der Spusi klären.«

»Michael Voogt, 33 Jahre, ledig. Sagt der Wirt. Arbeitete in einer Brauerei. In Neersbroich. Bolten.« Ecki hatte sich neben Frank gestellt.

»Was hat er hier gemacht?« Frank deutete in Richtung Gaststätte.

»Er ist hier im Dorf geboren. Seine Papiere stecken in seiner Regenjacke, die drinnen an der Garderobe hängt.«

»Sonst schon was gefunden?«

Ecki schüttelte den Kopf. »Die Kollegen sind noch auf dem Parkplatz unterwegs.«

Frank beobachtete nachdenklich die Mitarbeiter der Spurensicherung, die langsam, Schritt für Schritt, und mit gesenktem Kopf das Gelände absuchten.

 

Die Köpfe fuhren herum, als sie den Schankraum betraten. Frank sah auf einigen Tischen Spielkarten liegen. Der Wirt stand mit aufgestützten Armen hinter seinem Tresen und sah die Ermittler des KK 11 abwartend an.

»Sie kannten den Mann?« Ecki sprach den Wirt an.

Walter Mertens richtete sich auf und griff nach einem Handtuch, das auf dem Tresen lag. »Ja. Michael Voogt. Er ist hier groß geworden. Ich kenne ihn seit er klein war. Jeder hier im Dorf kannte ihn.«

Einige Gäste nickten zustimmend. Andere hielten den Kopf gesenkt.

»Hatte er Feinde? Ich meine, hatte Herr Voogt in der letzten Zeit mit jemandem Streit?« Ecki schlug sein kleines Notizbuch auf.

»Nein, Michael hatte keine Feinde. Nicht bei uns im Dorf.« Mertens schüttelte den Kopf.

»Hat jemand von Ihnen den Raum verlassen? Ist jemand nicht mehr da, der, sagen wir, vor einer Stunde noch mit Ihnen am Tisch gesessen hat?« Frank sah beim Sprechen von einem Tisch zum anderen.

Niemand antwortete.